Nanobrain

Merkel und der Wolf

Wir leben bekanntlich in einer repräsentativen Demokratie, in der gewählte Vertreter an Volkes statt Entscheidungen treffen. Daher ist es in diesem Zusammenhang nicht ungewöhnlich, über Personen anstelle von Sachverhalten zu reden.

Frau Merkel war verblüffend einfältig, als sie sich mit Ihrem Fernsehinterview zur Flüchtlingskrise am 07.10.2015 - "Wir schaffen das!" -  ohne Not auf den dürrsten Ast weit und breit setzte.

Herr Putin kann sie da mit einem simplen Luftgewehr herunterholen und die Gelegenheit wird er sich auch kaum nehmen lassen. An Merkel wird ihm nicht viel gelegen sein, aber leichter kann er Westeuropa kaum unter Druck setzen. Ein verschwiegenes Lächeln und einige Bomben in Syrien genügen, und der resultierende Flüchtlingsstrom versetzt die parlamentarischen Volksvertretungen Deutschlands und Europas in Konfusion und hilflosen Aktionismus.

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis die mageren humanitären Erfolge den enormen politischen, gesellschaftlichen und monetären Aufwendungen öffentlich gegenübergestellt werden müssen.

Unter diesem Umständen ist es kaum vorstellbar, dass die nächsten Wahlen etwas anderes als einen eindeutigen Trend zur Präferenz nationaler Interessen und zu Lasten philanthroper Ambitionen verzeichnen werden. Andere Länder sind auf diesem Weg schon mal voraus gegangen.

Bleibt zu hoffen, dass die EU rechtzeitig einen Umkehrpunkt finden wird. 28 europäische Einzelkämpfer werden diese Welt heute ebenso wenig beeindrucken wie ein staatsrechtlich verbundener Haufen von 28 Wirtschaftsopportunisten.

Nationale Interessen wird man in Westeuropa nur wahren und vertreten können, wenn die Außengrenzen dieser "Nation" eine hinreichende Anzahl ernsthaft interessierter Länder umfasst. Wichtiger als die Zahl 28 ist dabei die Motivation jedes Einzelnen, sich für die gemeinsamen - aber übergeordneten - Ziele einzusetzen.

In der Vergangenheit haben sich dauerhaft funktionierende staatliche Großverbände allerdings so gut wie nie ohne Druck von Außen gebildet. Die EU wäre eine seltene Ausnahme geworden. Aber möglicherweise leistet an dieser Stelle gerade Putin Schützenhilfe für den westeuropäischen Einigungsgedanken.

Es wäre natürlich verfrüht und ungeschickt, hierzu vorlaute Kommentare abzugeben. Aber manchmal könnte man schon darüber lächeln, welche verworrenen Pfade die Geschichte bereithält.

 

12.2.16 10:57

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